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Remediate! Ein Forschungsprojekt zur Digitalisierung und Vernetzung von Medienformaten

Mit Remediate! haben die Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung Stuttgart und die Akademie Schloss Solitude, erstmals in Kooperation mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), ein innovatives Forschungsprojekt ins Leben gerufen.


Ziel der auf drei Jahre angelegten Forschungsarbeit ist es, die historischen Veränderungen zu untersuchen, welche die Kulturtechniken Film und Fernsehen in der Auseinandersetzung mit den Neuen Medien erfahren. Der Begriff „remediate“ bezieht sich dabei auf die Repräsentation eines Mediums in einem anderen beziehungsweise auf deren gegenseitige Durchdringung.

Die fortschreitende Digitalisierung und die Vernetzung unterschiedlichster Medien haben nicht nur Konsequenzen für die strukturelle Konstitution von Öffentlichkeit und ihrer politischen, gesellschaftlichen und ästhetischen Reflexion. Sie wirken sich darüber hinaus auch auf die audiovisuellen Medien selbst aus: Blockbuster werden zu Werbekampagnen ihrer vermeintlichen Game-Derivate, Arthouse-Produktionen erfahren durch die Möglichkeiten der DVD- und Online-Distribution ein höheres Maß an Unabhängigkeit gegenüber den monopolistischen Verleihstrukturen, Serienformate und journalistische Formate entwickeln in den Strukturen der „Neuen Medien“ eine Öffnung ihrer Formatbeschränkungen. Die neuen Medien stellen Formate wie Blogs, Wikis und Live-Streams bereit, die einen unmittelbaren, dialogischen Informationsaustausch und eine interaktive Kommunikation ermöglichen und einfordern.

Im Rahmen des Forschungsprojektes Remediate!
www.merz-akademie.de/remediate realisieren die Merz Akademie Stuttgart und die Akademie Schloss Solitude verschiedene künstlerische und innovative Projekte: Prof. Christoph Dreher (Merz Akademie) veranstaltet ein Symposium, das den Einfluss digitaler Verbreitungsmöglichkeiten auf hochwertige Autoren-TV-Serien zum Thema hat. Das Projekt „Reverse Remediation“ von Prof. Mario Doulis (Merz Akademie) wird Formen der Remediation in Film, TV und Neuen Medien untersuchen und Prof. Peter Ott (Merz Akademie) beschäftigt sich in dem Projekt „Stuttgart12“ experimentell mit Internetserien und der medialen Öffentlichkeit in einer konkreten Lebensumwelt. Im Projekt M (Malaparte) von Amie Siegel, Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, wird der Film „Die Verachtung“ von Jean-Luc Godard samt seiner Grundlagen dekonstruiert und in anderen Medien zitiert, angewendet und neu zusammengesetzt. Weitere Projekte von Stipendiaten der Akademie Schloss Solitude im Rahmen der Kooperation sind in Planung. Erste Ergebnisse sollen der Öffentlichkeit voraussichtlich im Frühjahr 2010 präsentiert werden.


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