Referent
Volker Pantenburg
Titel
Abschied und Wiederkehr des Kinos – Zur Konjunktur bewegter Bilder im Kunstraum
Ort und Zeit
Di, 13. Dez 2011
19:30 Uhr, Aula der Merz Akademie
Ringvorlesungsreihe
Cinema Expanded
Studienrichtung
Film und Video

Abschied und Wiederkehr des Kinos – Zur Konjunktur bewegter Bilder im Kunstraum

Die Entwicklung dessen, was wahlweise als »kinematographische Installation«, »Artist's Cinema«, »Gallery Films« oder schlicht »anderes Kino« beschrieben wurde, gewann vor etwa 20 Jahren Konturen und begleitet die letzten zwei Jahrzehnte internationaler Ausstellungspraxis.

Heute erscheint es aussichtsreich, die Utopien und Ernüchterungen, die Theorien und Ideologien, die Risiken und Nebenwirkungen der Begegnung von Kino und Museum zu bilanzieren und eine Historisierung der Anziehungs- und Abstoßungskräfte zwischen den Institutionen und Bildkonzepten vorzunehmen.

Ich will dies in meinem Vortrag anhand der Gegenüberstellung zweier paradigmatischer Ausstellungsprojekte tun, die mir zur zeitlichen Rahmung des Feldes plausibel erscheinen. »Passages de l’Image«, 1990 kuratiert von Raymond Bellour, Christine Van Assche und Catherine David für das Centre Pompidou entwarf das Projekt eines übergreifenden Bildfeldes, in das die Dispositive TV, Video und Kino, aber auch die Malerei mit eingehen können. Die »documenta 12« dagegen erinnerte gut 15 Jahre später an den »Normalfall des Kinos« und betonte polemisch die institutionellen, sozialen und architektonischen Möglichkeiten dieser Kulturtechnik. Zwischen diesen beiden Projekten und ihrer jeweiligen Idee vom Kino, so die Hypothese, spannt sich ein breiter praktischer und diskursiver Raum auf, über Kino, Museum und bewegte Bilder nachzudenken.

Volker Pantenburg, Dr. phil., ist Juniorprofessor für Bildtheorie mit dem Schwerpunkt Bewegtbildforschung an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar und Junior-Direktor am dortigen IKKM. 2005 promovierte er mit der Arbeit »Film als Theorie. Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard«. Im Rahmen des SFB »Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste« an der FU Berlin verfolgte er 2007 bis 2010 ein filmwissenschaftliches Projekt zu zeitgenössischen Film- und Videoinstallationen und den Migrationsbewegungen zwischen Kino und Museum. Als Buch erschien zuletzt: »Ränder des Kinos. Godard – Wiseman – Benning – Costa (Berlin 2010).
 

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