Referent
Kathrin Peters
Titel
Ästhetische Utopien von ihrem Ende aus betrachtet
Ort und Zeit
Di, 20. Jan 2009
19:30 Uhr, Aula der Merz Akademie
Ringvorlesungsreihe
Öffentlichkeit assoziieren
Studienrichtung
Visuelle Kommunikation

Ästhetische Utopien von ihrem Ende aus betrachtet

Der Vortrag von Kathrin Peters nimmt seinen Ausgang von den Debatten um das Städtische, wie sie in den späten 1960er Jahren geführt wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist die funktionale Moderne mehr und mehr in Kritik geraten – sei es durch jene, die den verwitterten Altbau als Herz der Stadt bewahren wollen, sei es durch andere, die auf Partizipation der Bewohner setzen. So oder so wird Sozialität zum springenden Punkt der Planung. Wie aber ließe sich, ist dann die Frage, Sozialität überhaupt gestalterisch herstellen? Eigentlich gar nicht, lautet die Antwort, die Roland Barthes gibt. Man müsse die Stadt zunächst einmal betrachten, erlaufen und lesen, ihre Bedeutungsschichten freilegen. Städtebauliche Utopien sind längst an ein Ende gekommen. Da, wo sie ansatzweise realisiert worden sind, lebt kaum noch jemand. Gropiusstadt, Halle-Neustadt und alle anderen so genannten schrumpfenden Städte werden entweder kurz vor ihrem Abriss oder zum Zwecke ihrer Wiederbelebung von Künstlern bespielt. Und so überlegt Kathrin Peters weiter, was diese Bespielungen mit dem Design von Sozialität zu tun haben könnten.

Kathrin Peters schloss zunächst ein Studium des Kommunikationsd=signs an der Universität Essen ab, bevor sie Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin studierte. Dort wurde sie mit einer Arbeit über Körperwissen und Medialität um 1900 promoviert. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthochschule für Medien, Köln, der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, und ist dies derzeit am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin. Sie realisierte außerdem kuratorische Projekte, wie zum Beispiel: „die stadt von morgen“ in der Akademie der Künste, Berlin.

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