Referent
Susanne Leeb
Titel
Das Maß des Wissens und das Ausmaß von Kunst – Zum künstlerischen Umgang mit Karten und Diagrammen
Ort und Zeit
Di, 01. Jul 2008
19:00 Uhr, Aula der Merz Akademie
Ringvorlesungsreihe
Ästhetik des Wissens
Studienrichtung
Theorie

Das Maß des Wissens und das Ausmaß von Kunst – Zum künstlerischen Umgang mit Karten und Diagrammen

Am Dienstag, dem 1. Juli 2008 beschäftigt sich die Kunst- und Kulturhistorikerin Susanne Leeb im letzten Vortrag der Reihe “Ästhetik des Wissens” mit den Relationen von Wissen und Kunst, Künstler-Wissen und ästhetischer Dimension des Wissens. Kartogramme und Diagramme sind konstitutiv für das moderne und damit in erster Linie abstrakte Wissen. Mit dieser Form der Wissensbildung einher ging die in der Vorlesungsreihe thematisierte Spaltung: Die ehemals künstlerische Kompetenz des Kartenzeichnens wurde an die Wissenschaften abgegeben. In jüngerer Zeit aber werden die ästhetischen und politischen Dimensionen von Karten und Diagrammen in der Kunst (wieder) entdeckt. Statt nun im Bereich der Kunst den Ort alternativer Wissensproduktionen zu sehen, fragt der Vortrag nach Relationen zwischen den einzelnen Feldern: Wie verhalten sie sich zueinander, wie werden diese Relationen in künstlerischen Arbeiten, u. a. bei Mark Lombardi, Dierk Schmidt, Alice Creischer und Andreas Siekmann, ausgehandelt und was wird dabei sagbar über den gesellschaftlichen Ort von Wissen und Kunst?

Susanne Leeb (* 1968) studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Germanistik an der Universität Köln. Bis 2002 war sie Redakteurin der Kunstzeitschrift Texte zur Kunst. 2006 schloss sie ihre Promotion über das anthropologische Paradigma der Moderne in Kunstgeschichte und Kunsttheorie am Graduiertenkolleg „Repräsentation – Rhetorik – Wissen“ der Viadrina Universität in Frankfurt/Oder ab. Sie ist Mitherausgeberin der Reihe Polypen. Zur Kritik der Kunstkritik bei bbooks, Berlin (gemeinsam mit Sabeth Buchmann, Clemens Krümmel und Helmut Draxler). Zurzeit ist Susanne Leeb wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ an der FU Berlin mit einem Projekt zu Kartografischen Verfahren in der zeitgenössischen Kunst.

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