- Referent
- Ursula Panhans-Bühler
- Titel
- Die Kunst des Erinnerns und politisches Design von Erinnerungslosigkeit
- Ort und Zeit
- Di, 27. Jan 2009
19:30 Uhr, Aula der Merz Akademie - Ringvorlesungsreihe
- Öffentlichkeit assoziieren
- Studienrichtung
- Visuelle Kommunikation
Die Kunst des Erinnerns und politisches Design von Erinnerungslosigkeit
In der letzten Vorlesung der Vortragsreihe "Öffentlichkeit assoziieren" stellt Ursula Panhans-Bühler Überlegungen an über die Existenz eines Grabens zwischen Kunst und Design. Sie geht aus vom Produkt Dritte Welttaschen, die ursprünglich nicht in die Welt des Designs gehörten. Marc Jacobs hat sie jedoch für Louis Vuitton in diese Welt eingeführt: Zarte Models durften sie in edel geflochtener Lederausführung eilig über den Laufsteg schleppen. Duchamp verstaute 1941 alle seine Sachen in der "Schachtel im Koffer" und Marcel Broodthaers lud einen Koffer voll mit schwarzer Kohle. Ob es zwischen Kunst und Design tatsächlich einen Graben gibt, ist eine offene Frage. Ob sich ein Graben öffnet zwischen der Zeitdimension der Erinnerung und der Konstruktion einer räumlichen Gleichzeitigkeit, ebenfalls. Heißt es nun: “ich verkaufe, also bin ich”, oder kann es noch heißen: “ich widerstehe, also bin ich”, und was kann letzteres heute bedeuten? Dazu stellt Ursula Panhans-Bühler einige Beobachtungen aus dem Feld – nicht nur – einer Kunsthochschule zur Diskussion.
Ursula Panhans-Bühler ist Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Kunsthochschule in Kassel. Sie ist außerdem Gründungsmitglied der Gesellschaft der Schattenbeschleuniger* sowie Gastprofessorin und Partnerschaftsbeauftragte am Sichuan Fine Arts Institute Chongqing/V. R. China.
*Die Gesellschaft der Schattenbeschleuniger bildete sich in den späten 1980er Jahren. Ihr Ziel war ein Gegengewicht zur rasenden Aufklärung zu bilden. Mitglied kann jeder werden, der eine Schattenerfahrung oder eine Schattenphantasie in die Schattenschatztruhe spendet, die von Rachel Zaartwaager verwaltet wird. Die Gesellschaft der Schattenbeschleuniger nimmt außerdem viele Schattenanregungen auf, wie sie von Künstlern formuliert wurden. Seit den frühen 1990er Jahren kümmert sich auch die Theoriebildung, Kunstwissenschaft, Philosophie und Physikgeschichte vermehrt um Schattenphänomene und Schattenbeobachtung.
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