Referent
Heinz Emigholz
Titel
Intuition und Notwendigkeit – Was Kunst noch zu bieten hat – Erklärungen und Klärungen zum Begriff
Ort und Zeit
Di, 20. Dez 2011
19:30 Uhr, Aula der Merz Akademie
Ringvorlesungsreihe
Cinema Expanded
Studienrichtung
Film und Video

Intuition und Notwendigkeit – Was Kunst noch zu bieten hat – Erklärungen und Klärungen zum Begriff

Dass Alfred Sohn-Rethel als scharfsinniger Analytiker des Kapitalismus lange davon leben konnte, dass er einen Börseninformationsdienst herausgab, leuchtet ein und war erfreulich. Der Zeitschrift konkret gönnt man einen ähnlichen Erfolg. Dass Guy Debord als Analytiker des den Kapitalismus begleitenden geschichtslosen Kulturspektakels das Schicksal ereilt hat, als Begründer der Party-Bewegungen, des Pop-Journalismus und der Event-Kuratie in die sogenannte Kunstgeschichte einzugehen, leuchtet schon weniger ein, zeugt aber von einer besonderen List der Vernunft. Es ist eine Sache, die Warenform als allgegenwärtig existierend in ihren Bewegungen aufzuspüren, und eine andere, sie in ihren aktuellen Formen zum Vorwand für megalomanisches Nichtstun heranzuziehen. Irgendwo scheint unterwegs der Gegenstand abhandengekommen zu sein. Vielleicht hilft die Erinnerung oder Ahnung, dass Kunst und ihr Umfeld mehr zu bieten haben als bourgeoise oder technizistische Revolutiönchen, politisches Geschwätz, irre Sammler, Tortengrafiken und den ihr von den Feuilletons oktroyierten Kampf um Geldgleichheit. Wir sollten uns die Begriffe Komposition, Gestaltung, Intuition, Notwendigkeit und das, was sie in der Kunst bezeichnen, mal wieder genauer ansehen.“

Heinz Emigholz, geb. 1948, arbeitet seit 1973 in Deutschland und den USA als freischaffender Filmemacher, bildender Künstler, Autor und Produzent.
Seine letzten beiden Filme hatten dieses Jahr auf der Berlinale (Eine Serie von Gedanken) und auf den Filmfestspielen in Venedig (Parabeton) Premiere.
Seit 1993 ist er Professor für Experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin.
Er ist Mitbegründer des dortigen Instituts für zeitbasierte Medien und des Studiengangs Kunst und Medien.

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