Zukünftige Freiheiten: Reportagen aus der postkarbonen Gesellschaft

02.07.2024

Studierende, Forschende, Stuttgarter Bürger*innen sowie Expert*innen unterschiedlicher Fachdisziplinen untersuchen und diskutieren gemeinsam im Kooperationsprojekt „Zukünftige Freiheiten: Reportagen aus der postkarbonen Gesellschaft des Jahres 2049.“ des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Merz Akademie, was Freiheit für zukünftige Generationen bedeutet. Dabei erproben sie ein neues Format der Wissenschaftskommunikation: den spekulativen Dokumentarfilm.

„Kaum ein Begriff polarisiert derzeit so stark wie der Begriff der Freiheit. Deswegen wollen wir dem kollektiven Pessimismus zukunftsfähige Freiheitserfahrungen entgegensetzen“, erklärt Elke Uhl, Geschäftsführerin des IZKT.

Wie sieht unsere Freiheit im Jahr 2049 aus, wenn das Grundgesetz seinen 100sten Geburtstag feiert? Oft wird die Debatte nach einem allzu bekannten Schema geführt: Vom linken zum rechten politischen Rand abgewandert ist ein Freiheitsbegriff, der Ungebundenheit, individuelle Selbstverwirklichung und eine radikale Skepsis gegenüber dem Staat betont. Formen diffuser Staatsfeindlichkeit zeigen, dass „Freiheit“ zu einem demokratiegefährdenden Schlagwort werden kann.

Entsprechend unproduktiv verläuft die Debatte meist: Während die einen Rücksicht auch gegenüber kommenden Generationen einklagen, zeichnen die anderen die Gefahr eines Nanny-States. Mit dem Projekt „Zukünftige Freiheiten: Reportagen aus der postkarbonen Gesellschaft des Jahres 2049“ versuchen Wissenschaftler*innen gemeinsam mit Stuttgarter Bürger*innen und gesellschaftlichen Akteur*innen diesen standardisierten Argumenten entgegenzuwirken, indem sie die Debatte „erden“ und bei alltäglichen Freiheitserfahrungen wie Fliegen, Bauen, Essen und Fahren ansetzen.

„Unser Projekt appelliert an die politische Phantasie“, sagt Prof. Felix Heidenreich, wissenschaftlicher Koordinator am IZKT.

In einem transdisziplinären und hochschulübergreifenden Seminar beschäftigen sich Studierende theoriegeschichtlich und künstlerisch mit Freiheit und stehen dabei in einem kontinuierlichen Austausch. Studierende der Merz Akademie arbeiten in einer temporär eingerichteten Freiheitswerkstatt im Hospitalviertel in Stuttgart und sammeln dort im Austausch mit Bürger*innen und Expert*innen verschiedener Fachrichtungen Impulse für „spekulative Dokumentarfilme“ – ein neues Format in der Wissenschaftskommunikation, das auf dem Alltagswissen und den Erfahrungen der Beteiligten basiert, mögliche Zukünfte anschaulich macht und Zuversicht erzeugen soll:

„Wir stellen uns vor, dass das, was Europa sich vorgenommen hat, tatsächlich auch gemacht worden ist. Das ist gar nicht so einfach. Sich die Apokalypse vorzustellen ist viel leichter“, erklärt Prof. Peter Ott von der Merz Akademie.

Über das Wissenschaftsjahr 2024 – Freiheit

Das Thema des Wissenschaftsjahres 2024 ist Freiheit. Denn sie ist von grundlegendem Wert und heute in lange nicht vorstellbarer Weise bedroht. Zwei bevorstehende Jahrestage unterstreichen ihre Bedeutung für Deutschland: 75 Jahre Grundgesetz und 35 Jahre Mauerfall. Das Wissenschaftsjahr 2024 beschäftigt sich daher mit verschiedenen Dimensionen von Freiheit. Was genau ist Freiheit? Hängen Freiheit und Demokratie zusammen? Wo fängt Freiheit an? Mit vielfältigen Angeboten zum Mitmachen bietet das Wissenschaftsjahr einen Rahmen, um generationenübergreifend über Freiheit, ihren Wert und ihre Bedeutung zu diskutieren– miteinander und mit der Wissenschaft. Über Freiheit von heute, morgen und weltweit.

Das Wissenschaftsjahr ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

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