Forschung

Creator Doctus

Prof. Dr. David Quigley vertritt die Merz Akademie im CrD-Projekt

Wie kann der dritte Abschnitt der Hochschulbildung im künstlerisch-gestalterischen Bereich aussehen? Im Rahmen des Creator Doctus Projekts beteiligt sich die Merz Akademie an dieser aktuell europaweit geführten Debatte. Teil des Projekts ist die Durchführung von Pilotprojekten zum Erwerb eines künstlerischen Abschlusses auf Doktorratsebene sowie die Arbeit an den institutionellen, inhaltlichen, didaktischen und bildungspolitischen Aspekten dieses Themas.

Projektpartner der von Erasmus+ geförderten Strategischen Partnerschaft sind EQ-Arts, die Kunstakademie Athen, die Gerrit Rietveld Academie Amsterdam, die Royal Danish Art Academy of Fine Art, die École Nationale Supérieure d’Arts de Paris-Cergy, die Glasgow School of Art, die Kunstakademie Vilnius und die Merz Akademie, vertreten durch Prof. Dr. David Quigley.

Remediate

In ihren Forschungsaktivitäten widmet sich die Merz Akademie insbesondere den Prozessen des wechselseitigen Austauschs zwischen Gestaltung, Technologie, Kunst und Wissen und eröffnet damit ein Feld für Forschung und künstlerische Praxis, das sowohl Künstler/innen, Gestalter/innen als auch Geisteswissenschaftler/innen ansprechen soll. Die wissenschaftliche Arbeit an der Hochschule berücksichtigt die Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis.

Mit ¡REMEDIATE! haben die Merz Akademie und die Akademie Schloss Solitude – in Kooperation mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Kommunikation – ein Projekt zur künstlerischen Forschung ins Leben gerufen. Ziel war es, die Veränderungen zu untersuchen, welche die Kulturtechniken Film und Fernsehen in der Auseinandersetzung mit den Neuen Medien erfahren. Der Begriff remediate bezieht sich dabei auf die Repräsentation eines Mediums in einem anderen beziehungsweise auf deren gegenseitige Durchdringung.

Das Projekt ¡REMEDIATE! unterstützte von 2009 bis 2016 die Bemühungen der beiden Akademien, in verstärktem Maße gestalterische Praxis und kulturwissenschaftliche Theoriebildung unter dem Gesichtspunkt der künstlerischen Forschung zusammenzuführen. Wir verstehen darunter eine Wissensproduktion, in der Erkenntnismöglichkeiten der Künste und ästhetische Bedingungen des Denkens Eingang finden. Dabei gilt es, die Eigenständigkeit einer kunstbasierten Forschung gegenüber den Tendenzen der Verwissenschaftlichung zu stärken, um Wissensbildung in Kunst und Gestaltung selbst voranzutreiben.

Zwischen 2013 bis 2016 wurden unter dem Titel Remediate II künstlerische Forschungsprojekte durchgeführt, die an Remediationen von Film, Netzwerk, Karte und Archiv arbeiten. Die Projekte wurden von Studierenden und Lehrenden der Merz Akademie und von Stipendiaten der Akademie Schloss Solitude realisiert.

RIG

Seit dem Wintersemester 2017/18 recherchierte Ronald Kolb mit einer Recherche- und Interventionsgruppe anlässlich des 100jährigen Jubiläums im Jahr 2018 Projekte und Aktivitäten aus den letzten drei Jahrzehnten und entwickelte daraus verschiedene Lehr- und Veranstaltungsformate, die im Laufe des Jubiläumsjahres umgesetzt wurden. Ziel ist, über Zukunftsperspektiven von Bildung, Lehre und Wissensproduktion nachzudenken und diese mit den historischen Modellen in Beziehung zu setzen, die die Merz Akademie durchlaufen hat.

Die Recherche- und Interventionsgruppe organisierte Workshops und eine Abschlusskonferenz im Wintersemester 2018/19 unter dem Titel „learning for life“, um wichtige Aspekte aktueller Strategien des Lernens und Lehrens herauszustellen. Sie sollen Anstoß geben, über aktuelle und zukünftige Formen des Lernens und Lehrens zu reflektieren.

RIG besteht aus Hannah Horst, Jana Thierfelder (beide Ehemalige Merz Akademie), Lukas Ludwig, Florian Model (beide Ehemalige Kunstakademie Stuttgart) und Ronald Kolb (Ehemaliger Merz Akademie).