Prof. Michael Dreyer

Vita

"It takes a lot of time to be a genius ..."

Visuelle Praxis & Konzeption
visual practise & conception

Das Angebot richtet sich an Studierende mit eigenen Ideen für künstlerisch-gestalterische Vorhaben. Sie wählen Themen je nach ihren Interessen und verwenden verschiedenste Medien. Engagement und Eigenreflexion bilden den Ausgangspunkt für Entwicklungsprozesse, die sich über ein Semester hinaus erstrecken und im Bachelorprojekt münden können.

Visuelle Praxis & Konzeption ist ein Teilangebot im Studiengang „Gestaltung, Kunst und Medien“ mit ganzheitlichem Ansatz und Vertiefungsmöglichkeit durch Theorie und experimentelle Werkstattarbeit.

Kunst und Gestaltung wird als eine auf die Gesellschaft bezogene kommunikative Praxis vermittelt. Die Lehre zielt speziell auf die Ausbildung von Autor*innen mit einem konzeptuellen Schwerpunkt und kritischer Haltung zu den Werkzeugen. Digitales und analoges Arbeiten greifen ineinander, jedoch nicht nach der Logik der Softwarehersteller und der Gewohnheit, sondern vielmehr aus den Notwendigkeiten der jeweiligen Projekte heraus. Eigenständigkeit steht vor Marktlogik.

(Programmatisches): An dieser Stelle leisten wir uns den Luxus folgender Überlegungen (wer sie überlesen will, springe nach unten zu „Methodisches“):

Eine grundsätzliche Frage für die eigenständige Projektarbeit lautet: Wie entsteht eine Idee und wie wird daraus Kunst und Gestaltung? Bereits 1918 betonte Albrecht Leo Merz die Verbindung von Kopf- und Handarbeit, indem er „Erkennen und Gestalten“ zur Devise seiner Schule machte. Zwei Tendenzen – passiv betrachtend und aktiv verändernd – prägen die künstlerische Praxis. Ob wir „mehr kontemplativ oder mehr aktiv asketisch“ handeln, und ob wir nun „mehr individuelles Heil oder mehr kollektiv-ethisch-revolutionäre Weltänderung suchen“ (Max Weber), das ist bereits in der Themenwahl stets die Frage. Hier drei Antworten, die uns zu denken geben:

”It takes a lot of time to be a genius. You have to sit around so much doing nothing, really doing nothing.” – Gertrude Stein –

„Der Künstler empfindet das, was die Nichtkünstler ‘Form‘ nennen, als Inhalt.“ – Friedrich Nietzsche –

„Be strong, be wrong“ – No Means No (Band) –

(Methodisches): Die wöchentliche Beratung schließt konkrete Hinweise zur Konzeption und zur Ausformulierung erster Ansätze, zu persönlichen Interessen, zu Quellen und Recherche und natürlich besonders zum Entwerfen und Verwerfen ein. In der praktischen Anleitung wird an erster Stelle die grafische Verbildlichung von Ideen und Überlegungen unterstützt (Mindmaps und Moodboards). Zeichnen ist dabei Entwurfsmittel und/oder Disziplin. Im Weiteren kommen die wichtigsten und auch experimentelle technische (analoge/digitale) Verfahren zum Einsatz, um zwei- und dreidimensionale, zeit- und interaktionsbezogene Medien wirkungsvoll einzusetzen.

Illustration und Zeichnen ist eine Kernkompetenz und wird in diesem Projektbereich als handelndes Denken und/oder als eigene Disziplin verstanden, jedoch nicht per se als Talent oder Können. Es gibt keine „schlechte Zeichnung“, jede*r kann in selbstgewählter Weise visualisieren.

Manuelles grafisches Darstellen (auch digital unterstützt) ist eine Form der Spezialisierung, die gezielt gefördert wird, ebenso wie Typografie und Fotografie.

Wirkungsvolle Realisation und Publikation stellen Herausforderungen dar, die in Zusammenarbeit mit den Werkstätten und Kooperationspartnern der Hochschule bewältigt werden.

Ausstellungen/Performances/Filme (Auswahl)

2017
"Höchste Armut", Gruppenausstellung in der Galerie Aanant & Zoo, Berlin, 9.9.-18.11. „Gemeinschaftsarbeiten/Society Pieces“, Einzelausstellung im Badischen Kunstverein, Karlsruhe, 18.5.-20.8.
2016
“Das Neue“, Konzeption mit Hans-Jürgen Hafner, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, 21.5.-17.7. “Anpassungsarbeiten“, Galerie Aanant & Zoo, Berlin, 30.4.-18.6. Lecture/Performance "Babyklappe" im Rahmen des Symposiums "Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht", kuratiert von Diedrich Diederichsen, Secession Wien
2014
Zum Beispiel „Les Immatériaux“, Quadriennale 2014, Kunstverein Düsseldorf
2013
"87 Semester": Open Air-Veranstaltung zur nGbK und der kritischen Revision ihrer Außendarstellung. Mit Michael Dreyer, Diedrich Diederichsen u.a.
2012
„Atelier“, Film von Peter Ott; Basiskonzept, Treatment, Drehbuch, Setdesign, Performance; Aufführungen: Premiere 7.11.2012., Duisburger Filmwoche, 5.- 11.11.12; 9.10.12 auf dem Filmfestival UNDERDOX, München; 21.12.12 Delphi-Kino Stuttgart
2011 – 2012
„Theorie des Armen Publikums/Towards a Poor Audience“, Hermes und der Pfau, Stuttgart
2011
„Triple Negation – Double Props, WE NOW INTERRUPT FOR A COMMERCIAL“ Galerie Aanant&Zoo, Berlin
2010
„,white albums“, Ausstellung, Publikation, zusammen mit Julian Göthe, Hans Jürgen Hafner, Michael Paukner W.O. Scheibe Museum, Stuttgart
2009
„PALINDROM. Oben und unten“ mit Rex Whistler & Friends; kuratiert von Tom Holert und Michael Dreyer; Hermes und der Pfau/W.O. Scheibe Museum, Stuttgart
2006
„Pianistin, eine Aufnahme ‚elektronischer Klänge’ von Stockhausen anhörend“, 2006 Ausstellung, Performance, Künstlerhaus Stuttgart
2004
„Abschaffung von Prügelsprache“, Ausstellung, Performance, Filme, Publikation; Grazer Kunstverein, Künsterhaus Stuttgart, Galerie Meerrettich, Berlin
1996
„Shorty“, Film, Performance (Berlin, Marburg, Stuttgart, Hamburg) (zus. mit Sharon Lockhart, Kamera, Schorsch Kamerun u.v.a.)
1986
"Der geliehene Ernstfall“ (zus. mit Diedrich Diederichsen und Lucius Burckhardt) im Rahmen der Ausstellung „Erkundungen“, Messe Stuttgart

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

2016
Ausstellungskonzeption und -beitrag zu "Das Neue", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf "Der Schatten des Körpers des Kutschers", Kunstsaele Berlin, 16.01.-16.04.
2015
"von / mit / über / nach - a recital", #2 Zusammenhang Gesamtkunstwerk, Kunsthalle Düsseldorf
2014
Zum Beispiel „Les Immatériaux“, Quadriennale 2014, Kunstverein Düsseldorf
2013
„A Group of Six Artists“, Galerie Aanant & Zoo, Berlin „Intro Expo“, Atelier Heidemarie von Wedel, Stuttgart
2012
„The Happy Fainting of Painting. Zwischen Bild und Buch: Materialsammlung Malerei heute.“ Zusammengestellt von Hans-Jürgen Hafner & Gunter Resk, Zwinger Galerie, Berlin 3.3.-5.5. „Machen die immer (noch) das Gleiche?“ (Ausstellung/Symposium), Neue Gesellschaft für Bildende Kunst NGBK, Berlin, 8.12.-15.12. „Von Hrdlicka lernen“ zur Ausstellung von Claudia Kugler, Galerie Max Mayer, Düssseldorf, 30.3.-12.5. „From the age of the poets“, (Ausstellung), Galerie Aanant&Zoo, Berlin, 7.9.-20.10.
2011
"INDEX 11", Kunsthaus Hamburg „Bild und Träger und ein Pfeiler im Park Sanssouci“ (Ausstellung), Kunstverein Potsdam, kuratiert von Hans Jürgen Hafner, 8.8.-2.10.
2007
„Re-Dis-Play“, Kunstverein Heidelberg, kuratiert von Catharina Gebbers
2006
„Kommando Giotto Bandoni“, Galerie Gio Marconi, Mailand, kuratiert von André Butzer „Shandyismus. Autorschaft als Genre“, Secession Wien; Kunsthaus Dresden; kuratiert von Helmut Draxler
2005
„Abschaffung von Prügelstrafe“, Screening und Performance, Filmwinter, Stuttgart
1999
Pay With Me“, Bethanien, Berlin, kuratiert von Andreas Fanizadeh und Eva Meyer „Koether, Bohlen, Richter“, Galerie Esther Freund, Wien, kuratiert von Albert Oehlen
1998
Albert vs. History, Kunsthalle Basel, kuratiert von Albert Oehlen
Prof. Michael Dreyer bei der Ringvorlesung "Wo ist die Musik" im Sommersemester 2014

Veröffentlichungen

2018
„Singen sie noch, oder sprechen sie schon?“, in: „Stimme als Voice und Vote: Festschrift für Diedrich Diederichsen“, Sabeth Buchmann u.a. (Herausgeber) „TEACH-IN“, Diskursreihe zum Kunst und Gestaltungsstudium; Gesamtkonzeption und herausgeberische/redaktionelle Erarbeitung von Einzelbeiträgen der Ausgaben 1, 2 und 3
2016
“Theorie und Plastik” mit Beiträgen von Helmut Draxler, Felix Ensslin, Barbara Buchmaier, Kai van Eikels. Berlin: Verbrecher Verlag.
2012
„Contort yourself" - Beitrag zu "Machen die immer (noch) das Gleiche?" (Ausstellung/Symposium), Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, NGBK, Berlin (8.-15.12.2012) "Ich komme, um euch abzuholen, hahaa". In: Michael Dreyer, Galerie Aanant & Zoo, Berlin "Kann man von Hrdlicka lernen?". Galerie Max Mayer, Düsseldorf
2010
"a nose is a nose is a noise", in: "Palindrom - Rex Whistler und Freunde", W.O. Scheibe Museum
2009
"Vor dem weißen Album", in "White Albums", W.O. Scheibe Museum
2007
"Plakate politisch machen" in: 100 Beste Plakate 06 "Musical Behavior" in: Shandyismus. Autorschaft als Genre "Als die Institutionskomik noch geholfen hat" Texte zur Kunst Nr. 68
2006
"How to do things without words", (Essay) in: Prärie, Hrsg. von der Volksbühne Berlin, Alexanderverlag
2003
"Prolog. Die Urväter", "ABBA: Video-Square-Dance", "Text im Film", "Sehen" in: Merz Akademie 3+4, Hg. Michael Dreyer, Helmut Draxler, Markus Merz. Redaktion Michael Dreyer, Helmut Draxler u.a. "Ekeltheorien" (über Max Bense), in: Texte zur Kunst Nr. 50, Berlin 6/2003
1999
"Die Leiden der jungen Wörter" (über den 70er-Jahre mixed-media Künstler Ferdinand Kriwet), in : Merz Akademie 2, Hg. Merz Akademie Stuttgart. Redaktion Michael Dreyer, Tom Holert, Andreas Cziepluch
1998
"Albert vs. History", Ausstellungskatalog, Kunsthalle Basel (mit Albert Oehlen) "Das muss genäht werden" (über Kunst und Politik), in: Die Beute, Mai 1998
1997
"Richard Lindner", in: Spex Kulturmagazin, Köln, Juni 1997
1996
"Daniel Richter bei Contemporary Fine Arts Berlin", in: Texte zur Kunst, Nr. 21., Köln "Die Halogenbirne des Don Ellis", (über Markus Oehlen) in: Texte zur Kunst, Nr. 23., Köln
1995
"Anstrengung und Vergnügen - über Charline von Heyl", in: Texte zur Kunst, Nr. 18., Köln
1992
Fünf Interviews zur Veränderung des Sozialen, Wilhelm Beermann, Michael Dreyer, Jürgen Hoffmann (Hrsg.), Merz Akademie, Stuttgart "Hey, hey, we are not the monkeys", (Interview mit D.Diederichsen), ebd. "Stadtguerilla und Innenarchitektur", Ausstellungskatalog Julio Rondo / Michael Dreyer; Galerie Klaus Peter Goebel, Stuttgart
1991
"Julio Rondo", Ausstellungskatalog Julio Rondo, Galerie Tanja Grunert Köln
1986
"Nutzen, was nützlich ist" in: Stilwandel, Herausgegeben vom Internationalen Design Zentrum Berlin und Bazon Brock, Köln

Prof. Joost Bottema

Visuelle Kommunikation

joost.bottema@merz-akademie.de

Hauptamtlicher Professor im Bereich Visuelle Kommunikation. Grafik Designer, Gestalter, Autor.

Prof. Julio Rondo

Visuelle Kommunikation

ehemals Professor im Bereich Visuelle Kommunikation. Künstler, Maler.

Volker Schrank

Visuelle Kommunikation

Fotograf

Daniela Burger

Visuelle Kommunikation

Diplom-Designerin

Ina Bauer

Visuelle Kommunikation

Diplom-Designerin (FH)