Barbara Yelin wird Professorin für Comics und Comicforschung an der Merz Akademie

13.03.2026
Barbara Yelin ©Martin Friedrich

Die Merz Akademie beruft die Comic-Künstlerin Barbara Yelin auf die Leibinger Professur für Comics und Comicforschung. Aus einer großen Zahl hervorragender Bewerbungen wurde Barbara Yelin als prima inter pares ausgewählt. Nach Abschluss einer renommierten internationalen Residency an der Villa Massimo wird Barbara Yelin die Professur im Juli 2026 an der Merz Akademie antreten.

Barbara Yelin zählt zu den international renommiertesten Comic-Künstlerinnen und -Künstlern ihrer Generation. Bekannt wurde Barbara Yelin durch “Irmina”, “Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung” und kürzlich “Die Giehse”, in denen sie eine künstlerische Erzählweise mit historischer Recherche und gesellschaftlicher Reflexion verbindet. Die Arbeiten von Barbara Yelin wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Publikationen präsentiert. Neben der künstlerischen Praxis engagiert sich Barbara Yelin seit vielen Jahren auch stark in der Vermittlung und für die Vernetzung der Comics-Community.

Mit der Leibinger Professur stärkt die Merz Akademie ihre künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Comics in analogen, digitalen und hybriden Formen. Die Professur verbindet Praxis und Theorie und soll die Comicforschung sowie die künstlerische Comicproduktion im deutschsprachigen Raum nachhaltig fördern.

Besonders im Fokus steht dabei das Möglichkeitsspektrum von Comics als Dialogwerkzeug und forschungsorientiertes Instrument in multiperspektivischen fiktionalen, biografischen und dokumentarischen Narrationen – etwa in der Wissenschaftskommunikation, in Erinnerungskulturen und in postkolonialen Perspektiven. Mit ihrer internationalen Vernetzung, langjährigen hochschulpädagogischen Erfahrung sowie ausgewiesener Praxis in interdisziplinären Kooperationen erfüllt Barbara Yelin dieses Profil in besonderer Weise.

Wer zeichnet, schaut hin, schaut anders, sieht mehr. Wer schreibt, dehnt die Räume des Verständnisses. Und der Comic bringt beides zusammen. Und ich kann gar nicht genug davon schwärmen, welche Möglichkeiten der Raum dazwischen bietet und wie viele dieser Wege bisher noch gar nicht begangen sind. Die wichtigsten Menschen dieses neuen Studiengangs sind aber die zukünftigen Studierenden, die ihre Neugier, ihre Perspektiven, ihre Ideen und ihre Vielstimmigkeit mitbringen werden. Und ich freue mich, sie darin zu unterstützen, daraus einen Beruf zu machen. (Barbara Yelin)

Markus Wener, Geschäftsführer der Berthold Leibinger Stiftung und Dr. Barbara M. Eggert, Rektorin der Merz Akademie bei der Vertragsunterzeichnung

Die Initiative zur Einrichtung der Professur ging von Dr. Barbara M. Eggert, Rektorin der Merz Akademie und Comicwissenschaftlerin, aus. Sie wandte sich mit der Idee einer institutionell verankerten Comicprofessur an die Berthold Leibinger Stiftung, die das Vorhaben unterstützt und die Professur maßgeblich fördert. Die Stiftung verleiht seit 2014 den Comicbuchpreis und engagiert sich damit für die Förderung der Comic-Kultur im deutschsprachigen Raum. Erklärte Ziele der Stiftung sind es, das Genre des deutschsprachigen Comics zu stärken ebenso wie diese literarische Form am Medien- und Kulturstandort Stuttgart weiter zu verankern.

Seit mehr als zehn Jahren verfolge ich mit großer Bewunderung, was Barbara Yelin als Künstlerin, Dozentin und Netzwerkerin für das Medium Comic und seine Sichtbarkeit als relevante und komplexe Kunstform bewegt hat. Dass wir diese Ausnahmekünstlerin für die Leibinger Professur für Comics und Comicforschung gewinnen konnten – die erste Professur dieser Art im deutschsprachigen Raum – erfüllt uns an der Merz Akademie mit großer Freude. Als Comicwissenschaftlerin liegt mir besonders am Herzen, gemeinsam ein Studienangebot aufzubauen, in dem künstlerische Praxis und Comicforschung eng miteinander verschränkt sind und das neue Perspektiven für die Rolle von Comics in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft eröffnet. (Dr. Barbara M. Eggert, Rektorin)

Die Auswahl erfolgte in einem kompetitiven Berufungsverfahren mit zahlreichen hochqualifizierten Bewerbungen aus dem In- und Ausland. Mit der Professur sind außerdem die Konzeption und Implementierung einer International Summer School Comics sowie der Aufbau eines berufsbegleitenden Masterstudiengangs Comics und Comicforschung verbunden. Damit setzt die Merz Akademie einen wichtigen Impuls für die institutionelle Verankerung der Comicforschung an Hochschulen und entwickelt sich im Feld Narration, Illustration und visuelle Kommunikation weiter.

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