Noch nie waren sich Kunst und Wissenschaft so nah wie heute im elektronischen Zeitalter. Forscher*innen an Supercomputing-Zentren, Universitäten und in Unternehmen arbeiten seit vielen Jahren mit Künstler*innen zusammen und profitieren von diesen Kooperationen. theGATE gewährt Einblicke in diese einzigartige Form der Zusammenarbeit und die von der Kunst getriebene Innovation, die daraus entsteht.
Die Initiative theGATE widmet sich den eCultures des 21. Jahrhunderts und erforscht das Zusammenwachsen von Wissenschaft, Technologie, Kunst und Gesellschaft. Die Merz Akademie ist mit zwei Projekten an der Ausstellung beteiligt.
MIRROR MACHINE (interaktive Installation, 2026)
Diese Arbeit untersucht die fragile Beziehung zwischen menschlicher Identität und algorithmischen Systemen. Was zunächst wie ein Spiegel unseres Selbst erscheint, beginnt uns zu verändern. In einer immersiven Installation aus KI-generiertem Video, Klang und Interaktion inszeniert das Projekt einen psychologischen Raum, in dem Menschen und Technologien ineinander übergehen. Indem die Besucher*innen eingeladen werden, ihr eigenes Bild einzubringen, verwandelt die Arbeit Teilnahme in Preisgabe. MIRROR MACHINE hinterfragt Autorschaft, Abhängigkeit und Kontrolle: Spiegelt der Algorithmus uns – oder spiegeln wir inzwischen den Algorithmus, ohne es zu bemerken?
Das Projekt von Sofija Cvetkovic und Leni Aigner was entstand im Semesterprojekt Tomorrow’s Uploads des Studienbereichs Emerging Media unter der Leitung von Prof. Danja Vasiliev.
THE CRITICAL ENGINEERING MANIFESTO (Print, 2011)
von Danja Vasiliev, Professor für Emerging Media u.a.
Jede Technologie trägt auch Ideologie in sich und ist somit mit politischer und ethischer Verantwortung verbunden. Die Aufgabe der Critical Engineers ist, nicht nur zu bauen, sondern die Systeme zu untersuchen, offenzulegen und zu unterlaufen, die menschliche Handlungsfähigkeit formen.