In ihrem Vortrag “Fotografien Weiterdenken” gibt Aslı Özçelik Einblicke in ihre künstlerische Praxis und zeigt, wie persönliche Fragen ihren Weg in fotografische Arbeiten finden. Anhand verschiedener Projekte zeichnet sie die Entwicklung ihrer Arbeitsweise nach und spricht über die Rolle von Zeit, Materialität und dem wiederholten Betrachten von Bildern. Von Selbstporträts bis zur Arbeit mit dem Familienarchiv stehen Fotografien im Mittelpunkt, die sie nicht als abgeschlossene Bilder versteht, sondern als Material, das sich verändern, übersetzen und weiterdenken lässt. Im Zentrum steht dabei weniger das fertige Bild als der Prozess, der durch die Auseinandersetzung mit ihm entsteht. Der Vortrag ist zugleich eine persönliche Reflexion darüber, warum sie fotografiert und weshalb Fotografie für sie eine Möglichkeit ist, Beziehungen, Erinnerungen und sich selbst besser zu verstehen.
Die in Köln lebende Künstlerin Aslı Özçelik nutzt Fotografie, Video, Sound, Textil und Installation, um intime Momente einzufangen und marginalisierte Stimmen zu stärken. Ihre Arbeiten sind autobiografisch geprägt und reflektieren ihre Erfahrungen und Sozialisation als Frau. Zuweilen strickt sie Motive aus ihrem Familienalbum per Hand nach. Sie hat zwei Fotobücher im Eigensinn Verlag veröffentlicht und unter anderem im Kunstmuseum Ahlen, im Kunstmuseum Celle und im Rautenstrauch-Joest-Museum ausgestellt.