Corona-Diaries

2020

Film und Video

Art

Semesterprojekt

Studienrichtung

Film und Video

Betreuende Dozenten

Die Studierenden erstellen im Co-Teaching Projekt „Mockumentaries“ der Studienbereiche Film und Video und Theorie im Sommersemester 2020 wöchentlich Video-Tagebücher, die ihren Alltag während der Corona-Krise begleiten. Wöchentlich werden an dieser Stelle ein bis zwei neue Diaries ergänzt.

(oben: Video-Tagebuch von Lennart Voß, KW 20)

Zum Semesterprojekt „Mockumentary, oder, die kreative Behandlung von Wirklichkeit“

Seit den 60er Jahren tauchen diverse Spielarten des Mockumentary auf — Filme, die noch einmal anders den darstellenden, realistischen, repräsentierenden Anspruch des (direkten, „reinen“) Dokumentarfilms thematisieren und reflektieren. Dies geschieht mittels Nachahmung („mocking“), also einer spielerischen, ironischen, karikierenden Bezugnahme auf die „seriösen“ Vorbilder der Welt-Bilder des Dokumentarfilms. Wie dabei genau ein Mockumentary entsteht und wie es sich bis heute entwickelt hat, wird im Semesterprojekt untersucht.

Aus dem Tagebuch von Cedric Preier, KW 16:

Tag 17 – Fr – 17.04.20
Das Tolle der modernen Welt,
Ist, dass jede Information
Zu jeder Zeit zugänglich ist.
Alles Wissen, das auf der Erd’
Gesammelt wurde, ist findbar,
Wenn man es möchte. Man sollte
Meinen, dass es unmöglich wär,
Informell getäuscht zu werden,
Doch wie es scheint, wird durch dieses
Informationen-Übermaß
Weniger darüber nachgedacht,
Wem man denn Glauben schenken soll.
Wie Wissbegierde endet, wenn
Das eig’ne Weltbild bestätigt
Wurde. Es wird dann nicht mehr die
Richtigkeit überprüft, sondern
Geglaubt, was man zu glauben will.
Noch nie zuvor war’n sich Wahrheit
Und Trugbild je so nah, wie heut.